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Montag, 28.Nov 2016, 12:16

Krautkopf Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 28.11.2016
wie gehts weiter
Hallo, ich bin die Mama eines Mediensüchtigen Sohnes. Wir stehen noch am Anfang und der Weg wird noch lange.Was ich gerne wissen würde,ist,wie geht es danach weiter.Naiv gesagt:ein Alkoholiker muss verzichten.Da wir aber in einer Digitalen Welt leben,wird mein Sohn ständig mit diesem Medium konfrontiert sein.LG
Samstag, 3.Dez 2016, 13:53

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 780
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Krautkopf,

versuche, nicht so sehr an das Danach zu denken, weil du alle Energien für das Hier und Jetzt brauchst. Ich gehe davon aus, dass euch noch ein langer Weg bevor steht und da können dich „ngste wie die Frage: "Wie wird es dann weiter gehen" nur lähmen.

Bei unseren Aussteigern in der Selbsthilfegruppe machen wir die Erfahrung, dass sie heraus finden müssen, bei welchen Onlineaktivitäten sie getriggert werden. Grundsätzlich gilt, dass der Bereich, der zur Abhängigkeit geführt hat, komplett gemieden werden sollte. Wer chatsüchtig war, sollte das Chatten möglichst für immer sein lassen. Achtung! Eine PC-Chatsucht kann sich leicht zu einer Whats App Sucht verlagern. Wir empfehlen in diesen Fällen, kein Smartphone zu besitzen, sondern sich mit einem ganz "normalen" Handy auszustatten. So ist man auf der sicheren Seite.

Wer onlinerollenspielsüchtig war (nach MMORPGs wie World of Warcraft etc.), kann u. U. andere Computerspiele, die ein klares Ende haben, gut verkraften, sollte aber die Onlinerollenspielwelt für immer hinter sich lassen. Dies gilt es heraus zu finden, ist aber risikobehaftet. Die Spielewelt an sich hält das Suchtgedächtnis wach, füttert es immer wieder und hindert den Aussteiger letztendlich daran, die Erinnerung an die Belohnungssysteme und die damit verbundenen Glücksgefühle allmählich verblassen zu lassen. Am Gefahrlosesten ist in jedem Fall, grundsätzlich das Zocken an sich für immer zu vermeiden und auch alle möglichen Hintertürchen, durch die der ehemals Betroffene vielleicht doch versucht, sich selbst zu belügen, von vorneherein auszuschließen.

Nach erfolgreichem Ausstieg, den der Betroffene aus freien Stücken und aus einem eigenen Leidensdruck heraus vollzogen hat - dabei ist ja davon auszugehen, dass er die Mechanismen und Muster, die dazu geführt haben, verstanden und bearbeitet hat - wird er es schaffen, den PC als Werkzeug zu betrachten und z.B. für die Arbeit oder das Studium ungefährdet daran zu arbeiten.

Ich möchte trotzdem erwähnen, dass einige unserer Aussteiger sich zur Vorsicht für die ersten Jahre dafür entschieden hatten, vollkommen medienfrei zu leben. Sie wollten auf der sicheren Seite sein. Ein Teilnehmer hatte sich sogar selbständig gemacht, seinen gesamten Internetverkehr jedoch zielgerichtet im Internetcafe abgearbeitet, um zu Hause nicht gefährdet zu werden, sich wieder im Netz zu verlieren. So haben sie sich selbst die Chance gegeben, erst wieder richtig Fuß zu fassen im Leben, sich ein soziales Umfeld aufzubauen und die eigene Lebenssituation so zu festigen, dass nach dieser Zeit die Anschaffung eines Laptops keine große Gefährdung mehr bedeutet hat. Wachsam bleiben muss jeder ehemals Betroffene aber lebenslang.

Ich wünsche euch von Herzen, dass alles zu einem guten Ende kommt.

LG Merle


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