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Mittwoch, 19.Aug 2015, 20:46

Barbierossa Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 17
Mitglied seit: 05.08.2015
Hey, danke, merle!

Und ja, bin nicht rückfällig geworden. Gestern zum zweiten mal bei den GA (man sollte mal diese von den AA übernommenen 12 Regeln, in denen alle paar Sätze auf irgendeinen mir nicht näher bekannten Gott Bezug genommen wird, in einer säkularisierten Version rausbringen... ;-) ), eben komme ich vom ersten Fitnesstraining seit 10 Jahren (früher habe ich rund 15 Jahre Kraftsport gemacht) und fühle mich herrlich ausgepowert.

Die Probleme mit dem Finanzamt und der Krankenkasse haben sich nahezu in Wohlgefallen aufgelöst, dank der tatkräftigen und für mich kaum hoch genug einzuschätzenden Hilfe eines Freundes, der wohl so eine Art magischen Telefonfinger hat, um den er Sachbearbeiterinnen zu wickeln besteht. Mir soll sogar ein recht hoher Betrag an zuviel gezahlten Krankenkassenbeiträgen zurückgezahlt werden...Yippieh!!!

Die letzten paar Tage habe ich abends (wenn die Sucht am stärksten ist), statt Videos zu gucken, jetzt immer eine oder zwei Zeichnungen gemacht und mir vor drei Tagen sogar ein neues Zeichenprogramm zugelegt, mit dem sich bestimmte Sachen noch besser als in Photoshop erledigen lassen.

Ach, und um das alles abzurunden, hab ich erfahren, dass meine Blutwerte etc. alle tipptopp seien. Hatte mich schon gewundert, warum ich vom Arzt keine Nachricht bekam und dann letzten Freitag dort angerufen, um zu erfahren, dass die sich nur gemeldet hätten, wenn irgendwelche besorgniserregenden Resultate vom Labor gemeldet worden wären.

Im Moment ist also alles tacko, aber ich kriege an Kleinigkeiten immer wieder mit, dass die Sache noch längst nicht - vermutlich wohl nie - ausgestanden ist.
Als ich in der Nacht vom Sonntag auf Montag so gegen drei Uhr morgens endlich alle meine Steuerunterlagen zusammengestellt und an meine Steuerberaterin gemailt hatte, war ich natürlich stolz wie Oskar auf mich und ging mit geschwellter Brust ins Bett. Dort dann aber, so in den letzten Minuten vor'm Einschlafen, also in der Phase, wo man schon nicht mehr ganz bewußt denkt, kam mir plötzlich der Gedanke, irgendwann, in ein paar Wochen oder Monaten, wenn The Witcher III denn mal als Budget-Titel auf den Markt käme, dann könnte ich das Game dann doch vielleicht mal antesten... Und dann verwandelte sich, der Traum war nur noch Millimeter entfernt, das Spiel The Witcher III in ein Content-Update von Path of Exile, in dem man als Feuer-Hexe auf einem Pferd durch die Gegend reiten kann... "Bis dieses Update raus ist, hab ich alle meine Probleme hinter mir gelassen und da darf man sich dann ja wohl mal was gönnen..." <-- dieser Gedanke formte sich in meinem dahindämmernden Schädel - und irgendwie erschreckte er mich und ich wurde wieder wacher und fragte ich, was ich denn da eben für einen Scheiß gedacht hätte?!
Heute dann war ich in der Stadt, um mir vor dem Training noch Turnschuhe zu besorgen. Als ich so durch die Fußgängerzone schlendere, komme ich an einem Video-Spiele-Laden vorbei, wo ein großer Pappaufsteller irgendeinen neuen Teil von "Call of Duty" bewarb (ich hab das Game nie gezockt, hatte es eh nie so sehr mit Ego-Shootern). Dennoch zog es mich unwillkürlich hin zum Schaufenster, nur so, um zu gucken, was es denn vielleicht sonst so interessantes gäbe... Ich mußte mich gewissermaßen selbst am Schlafittchen packen, um da jetzt nicht weiter die Auslagen im Schaufenster zu begaffen, sondern den Blick in die andere Richtung zum Wochenmarkt zu wenden.
Donnerstag, 20.Aug 2015, 14:10

alpenhorn68blazer Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 9
Mitglied seit: 13.08.2015
Hallo Barbierossa,

finde ich total interessant welche Paralellen dein Medienentzug mit meinem Nikotinentzug aufweist. Obwohl ich jetzt 6 Monate rauchfrei bin, habe ich vereinzelt immer noch Träume bei denen ich rauche oder davon phanasiere wie ich mir am ersten Jahrestag meiner Rauchfreiheit eine "zur Belohnung" anstecke.

Ich bin mittlerweile stark der Ansicht dass wegen der Neuroplastizizät in menschlichen Gehirnen Mediensucht auch physiologisch in uns MEidenjunkies etwas umbaut, und man also durchaus von einem körperlichen Entzug sprechen kann. Hierzu gibt es sogar diverse Studien:

http://www.cbsnews.com/news/internet-addiction-changes-brain-similar-to-cocaine-study/

Die gute Nachricht: diese "Schäden" sind reversibel, weil die Neuroplastizizät nicht an einem bestimmten Punkt der menschlichen Entwicklung für immer fixiert wird. Die schlechte Nachricht: einmal getriggert, glaube ich nicht dass man sich je wieder seine persönliche Droge "ungestört und ungefährdet" geniessen kann.
Wenn diese Verknüpfungen erst einmal gebildet sind denke ich dass sie sich später umso leichter wieder bilden können.

Ich habe das schon gemerkt als ich wegen meiner AU 2 monate zu hause war und gedacht habe:

Jetzt nach 6 Monaten kann ich mir im Wachbewutsein ganz sicher sein, dass ich -ähnlich wie der Alkoholiker- nie mehr eine Zigarette oder irgendwine Art von Tabak anfassen will oder kann, wenn ich diese Arbeit an mir nicht umsonst gemacht haben will.

Aber im Unterbewutsein und während der Traumphasen sind natürlich diese Einsichten nicht vefügbar.

Mach dir also keine Sorgen, dass diese Art von Gedanken ein "schlechtes" Zeichen sind. Sie sind im Entzug (und da bist du derzeit voll drin) ganz normal.
Mittwoch, 26.Aug 2015, 11:30

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 800
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Barbierossa, hallo alpenhornblazer,

ja, auch ich finde es hochspannend, was da alles in unserem Körper abgeht. Ich habe vor vierzehn Jahren das Rauchen aufgegeben und bin vollkommen glücklich und zufrieden mit diesem großartigen Schritt, aber dennoch habe ich die Ahnung, dass ich verloren wäre, wenn ich mir je wieder eine Zigarette anstecken würde. Wenn ich geträumt habe, dass ich rauche, war ich im Aufwachen deshalb total geschockt und sehr traurig darüber, dass ich rückfällig geworden bin. Um so größer war dann die Erleichterung, als mir klar wurde, dass es nicht wirklich passiert ist. Obwohl ich längst nicht mehr begreifen kann, was ich je an diesem scheußlichen Zeug finden konnte, hatte ich dennoch in all diesen Jahren schon ein paar Mal den Impuls, dass es jetzt gut wäre, sich eine anzustecken - vollkommen schräg und unbegründet. Unser Suchtgedächtnis ist offenbar tief in uns verankert und wartet auf seine Chance, wieder aktiviert zu werden. Dies sollten wir einfach wissen.

Da du mitten im Entzug steckst, lieber Barbierossa, ist es nachvollziehbar, dass vor allem in diesem nah an der Wahrheit sich befindenden Stadium des fast Eingeschlafenseins sich die ganze Wucht deiner intensiv ausgelebten Sucht Bahn bricht. Sei froh darüber, denn du bist Zeuge des massiven Verarbeitens, das du mit Leib und Seele durchmachst. Ich habe überhaupt keine Angst um dich, denn was du berichtest, ist einfach großartig. Du packst es beim Schopf, mit Haut und Haaren. Toll.

Heute ist der 21. Tag - drei volle Wochen geschafft. Weiter so!!!

Herzlichst, Merle
Donnerstag, 27.Aug 2015, 00:11

Barbierossa Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 17
Mitglied seit: 05.08.2015
Ja genau, drei Wochen abstinent, yippijayey, Schweinebacke! :-)

Ich war vorgestern zum dritten Mal bei meiner GA-Gruppe, und in der ist es üblich, das Ende des Treffens mit so ein paar rituellen Worten zu beschließen, zu denen auch gehört, sich für 24 Stunden vorzunehmen, nicht wieder anzufangen mit dem Zocken. Das finde ich eigentlich eine gute Einstellung. Jeden Morgen kann man sich die nächsten 24 Stunden vornehmen. Das läppert sich ja mit der Zeit... Ist ein einsichtiges Konzept für Leute, die Aufbauspiele a la Age of Empires oder Anno 1504 oder so zocken, fällt mir gerade ein... ;-)

Wie auch immer - in der GA-Gruppe gibt's welche, die haben ihre Spielerkarriere nach vielen Jahren exzessiven Zockens von jetzt auf gleich zu beendet - und die nun schon Jahre lang "clean" sind. Aber es gibt andere, die's eben erst nach dem zweiten, dritten oder fünften Rückfall geschafft haben. Bis auf Weiteres... Was Du, Merle, von dem Rauchen sagst, kann ich gut nachvollziehen. Ich hab schon ziemliche Angst davor, irgendwann mal wieder schwach zu werden. Gar nicht so vor dem Rückfall - sondern vor dem, was danach kommt: Dass ich mir dann ja NOCH weniger vertrauen kann. Dass so ein Rückfall mir "beweisen" würde, dass ich nie sicher sein kann.

Aber andererseits: das weiß ich doch auch jetzt schon. Ich kann nicht "sicher" spielen, ich kann nicht kontrolliert spielen. Also wäre vielleicht das Selbstwertgefühl nach dem Rückfall doch nicht so rettungslos zerstört, wie ich es mir jetzt so zusammenspekuliere. Hhm... Besser doch nicht ausprobieren...

Ich merke momentan, dass es mir wenig schwer fällt, nicht zu zocken. Ab und an gibt's so Momente, in denen ich früher fast automatisch mich eingeloggt hätte, um eine oder zwei Maps zu "clearen". Aber es fällt mir nicht schwer, da dann was anderes zu tun. Die Versuchung ist da, aber nicht besonders drängend oder stark. Und genug anderes zu tun in solchen Momenten hat man ja, wo soviel nachzuholen ist...

Vor allem muß ich jetzt meinen Körper wieder in den Griff kriegen. Gestern morgens erfuhr ich beim Arzt, dass ich den doch stärker geschädigt habe als angenommen. Die Blutwerte, die angeblich doch alle tipptopp waren, sind's gar nicht. Angeblich ein "Übersehen" einer der Arzthelferinnen. Aber wenn ich nicht im Fitnesscenter so gründlich gecheckt worden wäre, dann hätte es auch keinen Trainer gegeben, der skeptisch die Augenbrauen hochzog, als ich ihm berichtete, meine Blutwerte und der Blutdruck wären völlig okay. Dieses Augenbrauen-Hochziehen nahm ich zum Anlaß, nochmal mir einen Termin beim Arzt gebe zu lassen. Und da kam heraus, dass ich an Diabetis Typ 2 erkrankt bin und zwar nicht nur so ansatzweise, sondern schon recht amtlich. Als ich heute morgens bei der Diabetis-Station anfragte, wann ich die verschriebenen Informationskurse belegen könne, hieß es: "Oh, mit Ihrem Wert gelten sie für uns ja als Notfall, kommen sie gleich morgen vorbei!" Das haute mich denn doch etwas von den Socken. Nicht, dass ich überhaupt Diabetis habe, denn lle Risikofaktoren (mehrere Diabetiker in der Familie, Übergewicht, zu wenig Bewegung) waren ja vorhanden! Aber ein Notfall zu sein?! Upps! Na, nun hab ich noch ein Motiv mehr, regelmäßig zu trainieren und mich gesünder zu ernähren.

So, weiter will ich Euch nicht vollschwallen. Ausserdem muß ich mir meine Online-Zeit ja jetzt besser einteilen... ;-)
Freitag, 28.Aug 2015, 10:40

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 800
Mitglied seit: 12.06.2009
Da scheinst du ja genau im richtigen Moment das Ruder rum gerissen zu haben, als hättest du geahnt, dass es fünf vor zwölf ist. Hättest du diesen Punkt der Umkehr nicht gehabt, wärst du nicht zum Arzt gegangen und nicht ins Fitnessstudio. Eine Kette von Ereignissen, die bestimmend sind für dein weiteres Leben. Du bekommst nun eine zweite Chance, und ich spüre, dass die Ernsthaftigkeit dieser Tatsache dir zutiefst bewusst ist.
Lass dich von der Sorge um einen Rückfall nicht zu sehr bestimmen. Diese Möglichkeit wird dich begleiten, weil du wahrscheinlich für immer gefährdet bleibst. Blicke auf jeden Tag, den du ohne zu zocken oder sinnlos zu glotzen bewältigt hast. Schau auf den Erfolg, auf das Geleistete. So kommst du mit dir selbst gedanklich auf die positive Schiene und gibst den Sorgen und Bedenken weniger Raum. Du machst es gut, um nicht zu sagen vorbildhaft. Ich ziehe den Hut vor deinem Einsatz.

Herzlichst, Merle
Montag, 8.Jan 2018, 09:55

Barbierossa2 Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 08.01.2018
Bräuchte Hilfe
Hallo!
Ich hatte meine Zugangsdaten hier inzwischen verlegt und auch den Internetprovider gewechselt, daher habe ich micht jetzt neu in der 2-er-Version hier angemeldet.

Gleich mein Anliegen:
Ich bin rückfällig geworden und sehe gerade zwei Auswege. Mich umbringen oder selbst irgendwo in eine geschlossene Einrichtung einweisen. Letzteren Weg würde ich lieber gehen, weiß aber nicht, wo ich mich da melden soll und wie ich das mache, ohne für den Rest meines Lebens irgendwo weggeschlossen zu werden. Ich lebe inzwischen in Norddeutschland. Hat jemand eine Adresse? Ich krieg das hier "ambulant" nicht hin, war jetzt bei zwei verschiedenen Leuten vom sozialpsychiatrischen Dienst, aber die haben mir kurzfristig geholfen und dann, nach wenigen Tagen oder Wochen hab ich wieder neu zu zocken angefangen, wie ein Lemming, der zielgenau auf den Abgrund zuläuft.

Ich kann nicht schlafen, bzw. nur dann, wenn ich total erschöpft bin (was ich schaffe, wenn ich bis zum buchstäblichen Augenzufallen zocke), und aufwachend grübele ich darüber nach, wo in der Gegend die höchste Brücke zum Springen ist, oder wo ich am besten vor die Bahn springen könnte, ohne andere zu gefährden. Oder ob ich irgendeine Bank überfallen soll, damit man mich im Gefängnis wegsperrt. Völlig idiotisches Zeug, aber so, als "freier Mann", krieg ich mein Leben nicht auf die Kette. Ich muß weg, ich muß irgendwie meinen Kopf entgiften. Wo kann ich anrufen, bzw. hinfahren?
Dienstag, 9.Jan 2018, 11:15

karla Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 55
Mitglied seit: 25.02.2011
schnelle Hilfe
Hallo!

Wende Dich doch bitte an Merle persönlich! (oben: Benutzer- Merle- P.N.d.h. persönliche Nachricht). Ihr kannst Du da, ohne dass Andere es lesen, mitteilen, wo genau Du wohnst und erfahren, welche Hilfsangebote es in Deiner Umgebung gibt.
Ausserdem gibt es hier eine Liste von Kliniken, „rzten und Therapeuten für alle PLZ Bereiche.
Kopf hoch, Du schaffst das!

Herzlichst, karla
Mittwoch, 10.Jan 2018, 17:09

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 800
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Barbierossa,

ich denke, dass für dich jetzt ganz akut der Zeitpunkt gekommen ist, dich in eine Klinik einweisen zu lassen. Letztendlich ist es egal, ob diese genau auf Mediensucht spezialisiert ist, Hauptsache es ist eine Suchtklinik, die sich um diese Problematik kümmert. Deine Sucht ist nicht wirklich anders als Drogen- oder Alkoholsucht, und es gilt, endlich die Ursachen deiner zerstörerischen Affinität zum Zocken heraus zu finden und langfristige Vermeidungsstrategien zu entwickeln. Du darfst darauf vertrauen, dass du in kompetente Hände kommst und über viele Wochen gemeinsam mit genau darauf spezialisierten Fachleuten an deinen Problemen arbeiten kannst.

Vergiß die Brücke und vergiß das Weggesperrt Werden. Dafür willst du viel zu sehr leben, das spüre ich. Diese düsteren Gedanken sind nur ein Symptom der Depression, in die die Zockerei dich gebracht hat. Geh dem nicht auf dem Leim, denn das bist nicht du. Du als Person bist ein kluger, reflektierter und kritischer Mensch, der eigentlich viel Kraft hat. Das Dauergamen hat dein Leben überwuchert, wie Moos auf einem Baumstamm, das sich über die Jahre wie ein dicker Teppich auf die Rinde gelegt hat. Du bist durchdrungen von der Gamerwelt und hast ihre Gedanken verinnerlicht und zu deinen eigenen gemacht. Nun bist du der Meinung, dass nichts anderes mehr in deinem Denken und Fühlen Platz hat und es keinen Ausweg mehr gibt. Dem ist nicht so!!!!

Du hast dir schon einmal bewiesen, dass du ungeahnte Kräfte entwickeln kannst, um dein Leben positiv zu verändern. Warum soll dies nicht ein zweites Mal und diesmal auch endgültig gelingen? Du hast das Zeug dazu, denn vielleicht bist du so lange immer wieder den gleichen fatalen Weg gegangen, um nun ein für alle Mal zu wissen, dass damit Schluss sein muss.

Der Ausgangspunkt, eine erfolgreiche Kliniktherapie zu absolvieren, ist gegeben: DU WILLST SO NICHT MEHR WEITER MACHEN. Also, ran an den Speck. Wende dich an eine Suchtberatungsstelle, die dir beim gesamten Procedere auf der Suche nach einem Klinikplatz helfen wird. Du kannst in unserem Netzwerk für Ratsuchende in deinem Postleitzahlenbereich nach einer geeigneten Beratungsstelle schauen (http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/foren/22/suchtberatungsstellen/) und dich dann dort informieren, welche Klinik für dich in Frage kommt.

Ich schicke dir meine besten Gedanken. Dieser Spruch soll dich auf deinem Weg begleiten:
"Der Weg wächst im Gehen unter deinen Füßen, wie durch ein Wunder". Vertrau auf deine Kraft.

Herzlichst, Merle
Mittwoch, 4.Jul 2018, 19:41

Rhox Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 04.07.2018
Hm, ich bin micht sicher wie ich anfangen soll, da die Seite kurz vor der Schließung steht, merle sicher grad den Kopf ganz woanders hat und ich mir nicht sicher bin, ob ich nicht einen neuen tread hätte aufmachen sollen, aber naja. Ich versuche mich kurz zu halten.

Ich hab jetzt den ein oder anderen Beitrag gelesen und an diesen hier kann ich gut anknüpfen, glaube ich. Ich sehe viele Parallelen im Denken wie barbierossa - ich bin mir meiner Sucht/Depressionsproblematik bewusst, sehe die Konsequenzen, die vertanen Gelegenheiten in meinem Leben und die Notwendigkeit etwas dagegen zu tun. Das ist mir jetzt seit ungefähr 5 Jahren bewusst... Immer mal wieder versuchte ich etwas dagegen zu unternehmen, ohne Erfolg. Seit ca einem Jahr versuche ich jetzt auf Teufel komm raus das Problem in den Griff zu kriegen (3 psychotherapeuten, ein Suchtberater und ein 1 1/2 wöchiger Klinikaufenthalt um festzustellen, dass ich offenbar kein asperger habe). Je mehr ich versuche, desto mehr merke ich aber auch, dass ich hörterr Methoden brauche, sodass ich vor kurzem ein einen Termin zur konkreten Einschätzung der Sucht machen zu lassen, um mich so früh wie möglich auf Entzug einweisen zu lassen.
Um auf die Parallelen zurückzukommen: barbierossa war offenbar auch schon an dem Punkt, an dem er wusste, dass er mehr braucht als er alleine in angriff nehmen kann und jetzt meldet er sich nicht mehr. Ohne voreilige Schlüsse ziehen zu wollen, aber das kann nichts gutes bedeuten.

Mein Problem (ich bin übrigens 23) besteht nun darin, dass es bis zum Aufenthalt noch mindestens 10 wochen Wartezeit sind (+1 woche bis zur besprechung + die zeit dessen asuwertung), sodass ich immens viel Zeit habe (bzw mein unterbewusstes) mir bis dahin etwas auszudewnken um drum herum zu kommen. Die Menschen bei denen ich zur Zeit in Behandlung bin können mir dabei nicht helfen, sie sind quasi.. zu langsam bzw nicht effizient genug.

Diese Zeit bis zum Entzug, dessen Starttermin nicht nicht mal feststeht, bereitet mir pures Entsetzen. Es ist so viel Zeit, die ich potentiell ins zocken investieren (und damit verschwenden) könnte und noch mal genauso viel Angst, dass ich den Leuten im Entzug etwas vormachen könnte, damit ich mir hinterher sagen kann €hehe, diese Idioten mit ihren Methoden kriegen vielleicht andere von der Sucht weg, aber bei mir hätten sie sich mehr anstrengen müssen€
Ich hoffe einfach, dass ich den Leidensdruck lange genug aufrecht halten kann, um wirklich aktiv gegen das zocken/filme gucken etc angehen zu können, weil ich mir jedes mal wenn der Gedanke kommt €ist doch eigentlich gar nicht so schlimm€ eine mentale backpfeiffe geben muss sage €DOCH, genauso schlimm ist es€, nur manchmal klappt das einfach nicht...

Liebe Grüße, falls das noch jemand liest und alles Gute barbierossa, wo auch immer du grade sein magst
Samstag, 7.Jul 2018, 14:37

karla Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 55
Mitglied seit: 25.02.2011
Rhox
Hallo Rhox,
es ist vielleicht doch besser, sein eigenes Thema anzusprechen, da wird man leichter gefunden, wenn man wie Du und ich und viele
Andere Fragen über Fragen hat.
Das lange Warten z.B. auf einen Therapieplatz u. a. lädt schließlich zu Gedanken und Überlegungen ein und natürlich auch zum Zeitvertreib
am Rechner. Du beschreibst das sehr gut.
Doch wie kann man diese Zeit anders füllen?
Ich will Dir keine Ratschläge geben, und doch weiß ich es im Moment nicht anders zu formulieren:
- nimm Dir jeden Tag etwas vor, schreibe auch die kleinsten Dinge in den Kalender
- unternimm dann aber auch Dein Vorhaben.
- Tagebuch schreiben hilft mir z.B., manchmal wird es ein Gedicht, nur so für mich
- Zeichnen, Spaziergänge, die Natur hat viel zu bieten.

Das sind kleine Tipps, Dir fällt viel mehr ein!
Nur erstmal ein Zeichen von mir. Vielleicht in ein paar Tagen mehr.
Liebe Grüße, karla



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