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Computersucht

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skriller7

(Dienstag, 8.Mai 2018, 08:14)
Computersucht seit 12 Jahren
Hallo liebe Community,

ich bin der Florian, 27 Jahre alt und habe nun schon seit 12 Jahren eine Computersucht (zumindest definiere ich selber das so).
Vorab, ich möchte mich für meine schreibkünste entsschuldigen. Die sind leider nicht die besten, dass weiß ich.
So nun zu meinem Problem.

Ich bin schon von kleinauf mit Spielekonsolen/Computer aufgewachsen. Meinen ersten eigenen Computer hatte ich mit 10 Jahren.
Damals habe ich schon sehr lange am Computer verbracht wobei ich Heute ca. 16 Stunden davor verbringe.
Sseit der 7. Klasse, ging mein leben aber erst richtig den berg hinab. Ich hatte anfangs "nur" rund 40 unentschuldigte Fehltage,
aber das wurde sehr schnell mehr. In der 8. Klasse hatte ich dann schon run 170 Fehltage. Dadurch musste ich leider die 8. Klasse wiederholen.
Das Spiel hörte auch dort leider nicht auf. Ich habe dort rund 180 unentschuldigte Fehltage.

Ich hatte ab da auch nur ein sehr eingeschränkten Freundeskreis. Dieser bestand aus zwei Freundinen und einem Freund (meinem besten Kumpel)
Ich habe seit dem eig. nur vom Hartz 4 gelebt, weobei ich dort für knapp einen Monat eine Aubildung angefangen habe, diese habe ich aber leider nicht durchgehalten.

Nun bin ich leider an dem Punkt, wo ich garnichts mehr hinkriege. Ich nehme mir dinge vor, aber ich kriege es einfach nicht hin. Wie sagt man so schön? "Ich kriege meinen Arsch nicht hoch"

Leider bekomme ich von meiner Familie garkeine positive Unterstüzung, im gegenteil. Meine Mutter Finanziert mir alles. Sie bezahlt mein Essen/Rauchen/Computer.

Momentan kriege ich garkein Geld mehr, weil ich es einfach nicht hinkriege zum Jobcenter zu gehen um mein Hartz4 erneut zu beantragen.

Dadurch lebe ich momentan leider auch ohne voller Krankenversicherung, denn ich habe bei der AOK sehr hohe schulden.

Ich bin in der ganzen Zeit depressiv geworden, aber nicht so stark das selbstmordgedanken oder so habe.
In den letzten Wochen sitze ich eig. fast nur noch vor dem Computer und weine.
Keine Freunde, Familie ist für mich nicht da. Ich stehe also komplett alleine.

Leute bitte. Was kann ich tun? Ich schaff es einfach nicht mehr allein hier raus.

Bitte bitte verzeiht mir diesen Text, aber ich bin echt nicht gut in soetwas.

Habicht

(Mittwoch, 9.Mai 2018, 18:31)
1. Hör auf mit dem Scheiß Rauchen!
a) Du sparst dadurch Geld und du unterstützt dann diese menschenzerfressende Industrier nicht mehr
Ergo du solldt auch nicht auf Shischa oder E - Zigaretten umsteigen egal was du darüber gelesen hast; alles der selbe Mist; daran gehst nur du langsam zu Grunde und die Götte in Weiß verdienen sich dann dumm und dämlich an dir!
2. Bekomme endlich deinen Hintern hoch und geh zum Amt und beantrage Hartz 4 solange du nicht klar kommst; denn auch wenn deine Familie nicht hinter dir steht; wer weiß wie lange deine Mutter das alles zahlt.. befremdlich oder... zahlt für ihren eigenen SOhn alles aber steht nicht hinter ihm.
3. So und mögen mir nun die Admins/ Mods und merle verzeihen aber ganz ehrlich hör auf mit deinem " ich schaff dies und as nich"; "ich bin so deprssiv"; sitzt alleine vor einer Maschine und weinst.
Mit Verlaub.. steh bitte mal auf, such dir einen verdammten Spiegel und schau hinein; betrachte dein Spiegelbild; sieh dich an.
Du bist erst siebenundzwanzig Jahre alt; wie lange soll das weitergehen? Mit dieser Einstellugn bringst dich wirklich früh entweder in die Psychatrische; in die Lebenshilfe oder unter der Erde; uns es wäre schade um dich.
Ich kenn dich zwar nicht real so wie viele andere dennoch ich finde es ist schade; dass jeden Tag Menschen verzweifeln weil sie keinen Ausweg finden.
Und die meisten "psychischen und seelischen" Probleme jedes einzelnen resultieren ja daraus; dass mans ie aus Scham lange genug(selbst kurz sollte nicht sein) mitschleppt bis man zusammenbricht.
Denn wenn du da aus dem Loch heraus willst; musst du erst lernen dich so zu akzeptieren wi du jetzt bist; verwundbar; am ende; mit Depressionen etc..
Dennoch du bist du; du bist ein Mensch und du kannst dich befreien nur du!
Deswegen würde ich vorschlagen; setze dich mit merle und Co in Verbindung für geeignete Therapieplätze in deiner Umgebung; am besten so schnell wie möglich; denn du willst ja nicht irgendwann auf der Straße landen zb Mutti stellt die Zahlungen ein etc..
Und dann stelle deinen PC und die ganzen Spiele du da ddafür hast oder wie auch immer in einen grossen Umzugskarton; Verschließe den und stelle den in eine trockene Abstellkammer wo du nicht so einfach rankommst(zb Mutter)
Oder am besten; wenn du noch Betriebssystem Software auf Disc besitzt; formatiere den Rechner; mach alles neu rauf; ohne spiele und als Hauptbenutzer sowas wie "Benutzer 1 oder Admin"
Und dann gibst du ein Inserat auf; vielleicht findet sich ein Käufer und du hast erstmal Geld für die wirklich nötigen Dinge wie Nahrung.

merle

(Freitag, 11.Mai 2018, 13:00)
Hallo skriller,

ich bin etwas verzagt, weil ich dir eigentlich spontan dringend zureden wollte, in eine Klinik zu gehen, um deine Probleme von Grund auf anzupacken und zu bearbeiten. Doch dann fiel mir ein, dass du ja gar nicht richtig krankenversichert bist und da weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie das in diesem Fall ist.....

Du hast dich tatsächlich tief in den Sumpf geritten und so gibt es zahlreiche Baustellen, die du in Ordnung bringen musst. Da du es allerdings nicht einmal mehr schaffst, regelmäßig dein Hartz4 zu beantragen, bin ich mir natürlich nicht sicher, ob du es geregelt kriegst, zu einer Suchtberatungsstelle zu gehen. Dieser Weg wäre allerdings der allerdringlichste und notwendigste, um die Hilfeschleife überhaupt in Gang zu setzen.

Du schreibst von einem besten Kumpel, den du hast. Kannst du dir vorstellen, ihn zu bitten, dir zu helfen? Du wirst Unterstützung brauchen, denn alleine wirst du es kaum schaffen, dich zu den erforderlichen Schritten aufzuraffen. Bitte deinen Kumpel, dich zur Suchtberatungsstelle zu begleiten und auch dafür Sorge zu tragen, dass ihr tatsächlich hingeht, ohne Wenn und Aber. Wenn du erst einmal dort angekommen bist, werden dir alle weiteren Schritte aufgezeigt und du kannst mit akuter Hilfe rechnen. Die Beratungsstelle wird auch wissen, was in puncto Krankenkasse zu tun ist, sodass du sicher sein kannst, dort in besten Händen zu sein. Voraussetzung ist natürlich, dass du felsenfest davon überzeugt bist, dass du dein Leben verändern und so niemals weitermachen willst. Aber ich habe den Eindruck, dass du wirklich an einem Endpunkt angelangt bist und nur noch da raus willst, so schnell wie möglich. Das ist gut und das wird dir auch die Kraft geben, dich aufzuraffen, um diesen notwendigen und allerersten Schritt zu tun.

Ich wünsche dir sehr, dass du mit großer und für dich ganz neuer Motivation an diese Sache heran gehst. Nur vor dem Bildschirm zu sitzen und zu weinen, ist erstmal total verständlich, aber jetzt musst du aktiv werden, deinem Leben die Zähne zeigen und daran glauben, dass diese desolate Zeit ein Ende haben wird. Dafür ist dein ganzer Einsatz gefordert. Du wirst es schaffen!

LG Merle

skriller7

(Samstag, 12.Mai 2018, 14:41)
Zitat
Original geschrieben von: merle
Hallo skriller,

ich bin etwas verzagt, weil ich dir eigentlich spontan dringend zureden wollte, in eine Klinik zu gehen, um deine Probleme von Grund auf anzupacken und zu bearbeiten. Doch dann fiel mir ein, dass du ja gar nicht richtig krankenversichert bist und da weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie das in diesem Fall ist.....

Du hast dich tatsächlich tief in den Sumpf geritten und so gibt es zahlreiche Baustellen, die du in Ordnung bringen musst. Da du es allerdings nicht einmal mehr schaffst, regelmäßig dein Hartz4 zu beantragen, bin ich mir natürlich nicht sicher, ob du es geregelt kriegst, zu einer Suchtberatungsstelle zu gehen. Dieser Weg wäre allerdings der allerdringlichste und notwendigste, um die Hilfeschleife überhaupt in Gang zu setzen.

Du schreibst von einem besten Kumpel, den du hast. Kannst du dir vorstellen, ihn zu bitten, dir zu helfen? Du wirst Unterstützung brauchen, denn alleine wirst du es kaum schaffen, dich zu den erforderlichen Schritten aufzuraffen. Bitte deinen Kumpel, dich zur Suchtberatungsstelle zu begleiten und auch dafür Sorge zu tragen, dass ihr tatsächlich hingeht, ohne Wenn und Aber. Wenn du erst einmal dort angekommen bist, werden dir alle weiteren Schritte aufgezeigt und du kannst mit akuter Hilfe rechnen. Die Beratungsstelle wird auch wissen, was in puncto Krankenkasse zu tun ist, sodass du sicher sein kannst, dort in besten Händen zu sein. Voraussetzung ist natürlich, dass du felsenfest davon überzeugt bist, dass du dein Leben verändern und so niemals weitermachen willst. Aber ich habe den Eindruck, dass du wirklich an einem Endpunkt angelangt bist und nur noch da raus willst, so schnell wie möglich. Das ist gut und das wird dir auch die Kraft geben, dich aufzuraffen, um diesen notwendigen und allerersten Schritt zu tun.

Ich wünsche dir sehr, dass du mit großer und für dich ganz neuer Motivation an diese Sache heran gehst. Nur vor dem Bildschirm zu sitzen und zu weinen, ist erstmal total verständlich, aber jetzt musst du aktiv werden, deinem Leben die Zähne zeigen und daran glauben, dass diese desolate Zeit ein Ende haben wird. Dafür ist dein ganzer Einsatz gefordert. Du wirst es schaffen!

LG Merle


Ersteinmal danke dir für deine Worte!
Ja ich habe auch schon an einem stationären Klinikaufenthalt gedacht, wobei es ja momentan wirklich nicht geht.
Nunja zu den "Besten Kumpel", der ist leider nicht mehr an meiner Seite. Ich habe das wohl leider vergessen zu schreiben.
Momentan habe ich leider gar niemanden an meiner Seite. Weder Freunde noch Familie.
Ich habe gestern bei der Diakonie angerufen und mir einen Termin geben lassen. Dieser ist am 18.05.
Ich denke das ich es schaffen werde. Momentan ist es so, das ich meinen Computer soweit leer gemacht habe.
Dort sind nun nur noch Internetbrowser und Spotify in gebrauch.

Momentan versuche ich so viele dinge wie möglich "richtig" zu machen, wie es nur geht.
Angefangen bei der regelmäßigen Körperhygiene (Es kam auch mal vor das ich 5 Tage nicht duschen war),
über regelmäßig schlafen gehen (Ich habe teilweise 24 Stunden gemacht und nur 5 Stunden geschlafen)
und ich habe angefangen wir bei Facebook alte bekannte zu suchen und mit denen Kontakt aufzunehmen (Was bisher leider wenig effektiv war)

Ja ich will wirklich etwas verändern. Ich habe mittlerweile starke Körperliche Probleme. Das geht so einfach überhaupt nicht mehr.
Wie der Habicht sagte "Hör auf mit dem scheiß rauchen", ja das mache ich. einfach von jetzt auf gleich werde ich es warscheinlich nicht schaffen,
aber ich habe mich immerhin in den letzten 3 Tagen schon von ca. 30 Zigaretten auf nur ca.15 reduziert. (Ist wie ich finde doch ein guter anfang)

karla

(Samstag, 12.Mai 2018, 17:55)
Lieber Skriller,

ich bin mir ganz sicher, dass Du Dich in dieser verfahrenen Situation an Deine Mutter wenden kannst!

Alles Gute!
karla

merle

(Sonntag, 13.Mai 2018, 10:39)
Hallo skriller,

das ist schon mehr als nur ein guter Anfang. Ich bin beeindruckt, dass du tatsächlich soviel Tatendrang an den Tag legst. Weiter so. Jeder einzelne Schritt da raus führt dich weiter, und sei er noch so klein. Jetzt kann ich auch daran glauben, dass du deinen Termin bei der Diakonie wahrnehmen wirst. Zu viel steht auf dem Spiel, wenn du es nicht tust, und ich spüre deutlich, dass dir das bewusst ist.

Sei geduldig mit all dem, denn dass sich nicht sofort und gleich eine Handvoll Kontakte herstellen lässt, ist klar. Du hattest dich für so lange Zeit zurück gezogen. Nicht nur die anderen, sondern auch du selbst müsst euch erst einmal vorsichtig annähern und die neue Situation abtasten und einschätzen lernen. Da gib dir und deinen früheren Freunden Zeit. Es ist ein langer Weg zurück, aber auch einer, der dich Tag für Tag beflügeln kann, wenn du immer wieder merkst, dass du auch heute wieder alles "richtig" gemacht hast. So kannst du anfangen, wieder an dich und deine Kraft zu glauben.

Ich denke auch, dass du den Versuch wagen solltest, dich deiner Mutter anzuvertrauen. Wenn du ganz ehrlich und offen bist, nichts beschönigst und ihr dadurch klar werden kann, dass du dringend Hilfe und Unterstützung brauchst, wird sie ganz sicher für dich da sein.

Bitte berichte uns, wie dein Termin am 18. gelaufen ist. Ich werde an dich denken.

LG Merle

skriller7

(Sonntag, 13.Mai 2018, 10:54)
Danke dir vielmals Merle! Solch Worte geben mir mehr mut, zuversicht, hoffnung und fröhlichkeit.
Ich werde über alles Berichten, was sich ergibt. Vielleicht kommt ja auch noch etwas außerhalb des Termines zustande

Also danke dir vielmals!

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