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        Ich will MEIN Leben leben

Ich will MEIN Leben leben

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JunSte

(Dienstag, 11.Sep 2018, 17:46)
Sucht nach Ablenkung
Hallo,

was mache ich hier? ... Puh! Es kostet mich unglaubliche Überwindung dieses, mein persönliches Thema, in Worte zu fassen. Ich weiß auch noch gar nicht, ob ich gleich auf Absenden drücke. Wenn ich ein/zwei Beiträge von Betroffenen vorher überflogen habe, denke ich, mein Anliegen ist noch gar nicht schlimm genug...
Aber, auf all das kommt es womöglich gar nicht an.
Worum geht es?
Um MICH. Ich empfinde ein großes Problem in meinem Leben.
Ich bin "mediensüchtig". Konkret, nutze ich die heute gebotenen Möglichkeiten, um mich mit Serien, Filmen, YouTube Videos von meinem eigentlichen Leben abzulenken.
Wann ist man süchtig?
Ich bin in diesem Verhalten nicht mehr selbstbestimmt. Während ich andere Dinge tue, denke ich darüber nach, wann ich meine aktuelle Serie weiterschauen kann, wann ich wieder ans Handy/ den PC/ das I-Pad kann. In den Momenten, in denen mein Alltag mich nicht zwingt andere Dinge zu machen, schaue ich mir irgendetwas an. Zum Glück bin ich im Alltag so stark eingebunden, dass ich all diese Dinge, die wirklich sein müssen noch mache. Aber mein Konsum nimmt in den anderen Zeiten zur Zeit massiv zu. Gestern bin ich dann zum Beispiel erst um 1 Uhr schlafen gegangen.
Meine Kinder sehen mich immer mehr am Handy. Und das finde ich besonders schlimm. Schließlich gehört es zu meinen Aufgaben, sie zu mündigen Nutzern der digitalen Medien zu erziehen. Zur Zeit bin ich da kein Vorbild. Ganz im Gegenteil. Ich zeige ihnen, dass mein Medienkonsum wichtiger ist als sie selbst. Da ich nun auch beginne genervt zu reagieren, wenn sie etwas von mir wollen und mich durch ihr Anliegen von meiner "Sache" ablenken.
Das Neueste, was nun auch hinzukommt ist, dass ich das Ausmaß meines Konsums beginne zu verheimlichen.

Vielleicht stehe ich am Anfang meiner Sucht. Vielleicht bin ich auch schon mittendrin. Im Prinzip gehört aber diese "Flucht aus meiner Wirklichkeit" zu mir, so lange ich denken kann. Mal mehr, mal weniger intensiv. (Es ging auch früher mit Fernsehschauen, oder jetzt auch mit dem Lesen von dämlicher Trivialliteratur - Hierbei überliste ich mich dann auch selbst, indem ich mir versuche einzureden, das Lesen ja schließlich gut sei. Aber nicht, wenn man so ein Buch, dass einem oft noch nicht einmal richtig zusagt, innerhalb von vielen Stunden am Stück liest, bis man Kopfschmerzen hat.)

Ich nenne mein Verhalten "Flucht aus der Realität". Ich weiß nicht, ob es das ist? Denn meine Realität ist eigentlich wunderschön. Ich habe alles, was ich brauche um zufrieden zu sein. Warum lebe ich dieses Leben aber nicht? Hier steige ich noch nicht durch.

Ich weiß, nur ich alleine kann mich da raus bringen. Das ist mein Leben. Ich will es bewusst leben. Ich will es so leben, wie ich es mir vorstelle.
Doch da ist etwas in mir, das mich blockiert. Das mich davon abhält , das zu tun, was ich eigentlich tun möchte.

Seit einiger Zeit versuche ich nun schon geduldig mit mir zu sein. Mir zu sagen, dass ich im Prinzip auf dem Weg bin. Ich hatte Phasen, in denen ich gar kein Medium zur Ablenkung konsumiert habe. Ich habe gut auf meine Ernährung geachtet (Denn das geht immer mit intensiven Phasen einher. Ich fange an besonders viel Zucker, Weißmehlprodukte und Fettiges zu essen, bis es mir schlecht geht. Ich werde müde etc...) Ich habe fast täglich Yoga gemacht und fing an auch eine kleine Meditation in meine Alltagsroutine einzubauen. All diese guten Entwicklungen taten mir auch spürbar gut. Ich war wacher, freundlicher, ausgeglichener, konzentrierter. Diese gute Entwicklung geht wellenförmig voran. Es gibt immer wieder mal Rückschritte.
Aber bisher war keiner dieser Rückschritte so intensiv und so belastend, wie in diesem Moment.

Wie gesagt, ich weiß, dass nur ich diese Sache ändern kann. Ich alleine muss es wollen und angehen.
Und das tue ich. Ich will MEIN Leben leben.

Doch... brauche ich womöglich Unterstützung?
Jemand, der mir ein "Wie" vorgibt.

Ja... Wie?

Vor etwa 3 Wochen habe ich meinem Mann gesagt, dass er das I-Pad mit einem neuen Passwort schützen soll, damit ich am Abend nicht mehr da dran kann. Das war so schwer, mich ihm mit meinem Problem anzuvertrauen.
Dann war es ein paar Tage besser. Aber nun gucke ich halt auf dem Smartphone oder heimlich (!) an meinem Notebook (das ich für die Arbeit brauche).
Die Schwierigkeit ist für mich, dass ich gar nicht ganz ohne diese Medien leben kann oder will. Denn richtig genutzt, können sie das Leben ja doch so viel leichter machen und auch gute Dinge eröffnen.
Z.B. habe ich einen YouTube Kanal abonniert, über den ich Yoga Videos abrufe.
Ich schreibe gerade in dieses Forum.
Und für meine Arbeit muss ich den PC und auch das Internet nutzen. ...

Ich MUSS es also schaffen, konzentriert bei den Nutzungsbereichen zu bleiben, die auch gut/ in Ordnung sind, die nicht zu meinem Suchtverhalten gehören.

....

Ich werde wohl erneut ein Gespräch mit mei

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