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Die Sozialisation von Kindern und Jugendlichen durch den Mobilfunk - die Vierfachfalle


(AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V. bedankt sich ganz herzlich für die freundliche zur Verfügungstellung dieses Aufsatzes von Peter Hensinger (Diagnose-funk.org))
Vortrag als PDF-Datei



7. Zusammenfassung


Zu frühe und unkritische Nutzung digitaler Medien be- oder verhindert bei Heranwachsenden die Herausbildung der allseitigen Gehirn- und Persönlichkeitsentwicklung ( Zus. bei Spitzer: 274, 322).

Die Digitalisierung des Natürlichen bedeutet eine vierfache Schädigung: Überwachung, Konsumismus, Digitale Demenz, Strahlenbelastung. Das ist eine vierfache Falle, in der uns Industrie und Werbepyschologen locken, und der Staat macht mit. Nun stehen diese vier Problemfelder nicht nebeneinander, sondern in Wechselwirkung. In der Verdrängung all dieser vier Erkenntnisse herrscht in Deutschland und weltweit eine regelrechte SmartPhone, Tablet und WLAN - Euphorie, in allen Gesellschaftsschichten. Was können wir dagegen tun?

Die Technologie ist jung, die Erfahrungen neu, Eltern, Lehrer und Schüler wurden im Grunde davon überrollt und sind überfordert. Die Überwachung ist derzeit nicht zu kontrollieren, wir müssen sie in das Handeln einbeziehen, mit den Jugendlichen thematisieren, denn sie verlieren die Werte wie Privatspäre, Schutz der Wohnung, und werden das irgendwann büßen müssen. Wir müssen die Politik in die Pflicht nehmen, z.B. braucht es eine Erziehung zur Medienmündigkeit in der Schule, sowohl der Lehrer wie auch der Schüler, aber bitte nicht als noch eine Zusatzaufgabe für die Lehrer.

Wie können wir uns und unsere Kinder dennoch schützen?

Voraussetzung ist, dass man sich der Probleme bewusst ist und sie nicht verdrängt.Es geht nicht um Medienkompetenz – Kinder lernen schnell, digitale Medien zu benutzen - es geht um Medienmündigkeit – um den bewussten Umgang damit.

In Bezug auf die Strahlenbelastung haben Sie einige Möglichkeiten z.B. :
  • WLAN und alte DECT-Telefone zu Hause abschaffen, dem Kabel den Vorzug geben
  • Wenn DECT - Telefone, dann nur die neueste ECO-Version
  • Der Abstand ist Dein Freund - beim Telefonieren und mobilen Surfen
  • Headsets nutzen
  • Flugmodus bei SmartPhones nutzen
Und zur Nutzung der Medien:

  • Eltern sind Vorbild – eigene Mediennutzung wahrnehmen, reflektieren und reduzieren
  • Bildschirmmedien so spät wie möglich zugänglich machen – auch bzgl.TV
  • kein Fernsehgerät und keinen Computer im Kinderzimmer
  • die Fülle des realen Lebens in die Kindheitserfahrungen einbringen
  • gemeinsam Spiele spielen
  • gemeinsam mit den Kindern Medien nutzen
  • Kein Handy/Smartphone in Kinderhand – das Handy ist keine Nabelschnur
  • Mediennutzung durch Regeln und Absprachen einschränken (dabei altersgemäße Grenzen setzen)
  • TabletPCs im Klassenzimmer verhindern
  • Eltern und Jugendliche brauchen Aufklärung und Unterstützung – das wäre eine sinnvolle Bildungsoffensive!
  • Es muss in den Schulen eine Medienerziehung geben, durch zusätzliche Lehrkräfte
Faustregel:
Kleine Kinder schützen: Keine Bildschirmmedien!
Große Kinder am Bildschirm begleiten und unterstützen.
Jugendliche Schritt für Schritt in die Eigenverantwortung entlassen.

Weniger Medienkonsum ist mehr Lebensqualität.
Erst, wenn man Zeit zum Innehalten, zum Nachdenken hat, wenn Stille und Nichts-Tun nicht als bedrohlich erlebt werden, kann der Mensch kreativ und glücklich werden. Permanente Beschäftigung und mediale Berieselung ist für Körper und Geist nicht gesund. Spitzer schreibt in seinem aktuellen Aufsatz:

„Nur etwa 10% der jungen Menschen scheinen verstanden zu haben, dass man das Smartphone im Leben benutzen muss wie beispielsweise Salz beim Essen: In sehr geringen Dosen (wenige Gramm/Tag) macht es alles schmackhafter; in höheren Dosen oder gar als Hauptbestandteil der Nahrung ist es schädlich bis tödlich.“ (M. Spitzer) (25)
Wir hoffen, dass diese Probleme als gesellschaftliche Probleme erkannt werden und Eltern und Kinder die notwendige Aufklärung und Unterstützung bekommen – damit der Anteil der klugen
Jugendlichen steigt.

Autor: Peter Hensinger, Mitglied im Vorstand von Diagnose-Funk e.V und im Kreisvorstand des BUND Stuttgart.; Kontakt: peter.hensinger@diagnose-funk.de; www.diagnose-funk.de


Literatur:

Bergmann / Hüther: Computersüchtig, 2009
Bleckmann, Paula: Medienmündig, 2012
Diagnose-Funk e.V (Hrsg): Digitale Medien - Faszination mit Nebenwirkungen, Tagungsband 2013;
Bestellung im Shop auf: www.diagnose-funk.de
Eagleton, Terry: Warum Marx recht hat, 2012
Hock, Andreas: Like mich am Arsch, 2013
Schirrmacher, Frank: Ego, 2013
Spitzer, Manfred: Digitale Demenz, 2012
Tojanow, Ilja / Zeh, Juli: Angriff auf die Freiheit, 2010
Thiede, Werner: Die digitalisierte Freiheit, 2013
Wagner, Thomas: Die Mitmachfalle, 2013
Welzer, Harald: Selbst Denken, 2013

You Tube:
Vortrag von Manfred Spitzer:
https://www.youtube.com/watch?v=FnDEF7Aw9HI
Manfred Bauknecht / Schulversuche zu Handys:
www.youtube.com/watch?v=fvIcPOYHJNQ
https://www.youtube.com/watch?v=V5d9tlm2_5w

Homepages:
www.diagnose-funk.de
www.mobilfunkstudien.de
www.kompetenzinitiative.net

Quellen:
1 Werner Thiede: Die digitalisierte Freiheit, 2013, S.9
2 Frank Schirrmacher: Ego,2013, S. 101f.
3 Soshana Zuboff: Militärisch-informationelle Bedrohung. Die neuen Massenausforschungswaffen, Frankfurter Allgemeine, 13.02.2014
4 http://orf.at/stories/2192859/2192860/
5 s. Anm.3
6 Harald Welzer: Selbst Denken, 2013, S.16
7 Martin Schulz: Technologischer Totalitarismus. Warum wir jetzt kämpfen müssen. Frankfurter Allgemeine, 06.02.2014
8 http://www.heise.de/tp/blogs/6/148220
9 Sigman, A. (2012): Setting Children up for Screen Dependency: Causes and Prevention. Paper presented at the 1st International Conference on Technology Addiction, Istanbul.
10 „Der Lösungsvorschlag der Enquete-Kommission ist ein ganz zentraler Punkt: Es sollen nicht mehr die Schulen, sondern die Schüler ausgestattet werden. Jede Schülerin und jeder Schüler soll einen eigenen Laptop oder einen eigenen Tablet-PC bekommen, preisgünstig produziert in großen Losen und unterstützt durch staatliche Mittel. Wenn erst jeder Schüler seinen eigenen (Lern-)Computer mit in den Unterricht bringt, werden alle Beteiligten dazu gezwungen sein, sich mit dem mobilen Internet auseinander zu setzen. Und so die Bildungschancen des Netzes fächerübergreifend zu nutzen.“ („Zweiter Zwischenbericht der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft““; Bundestagsdrucksache 17/7286, 21.10.2011, Seite 3)
11 Manfred Spitzer: "Smartphones. Zu Risiken und Nebenwirkungen für Bildung, Sozialverhalten und Gesundheit", Nervenheilkunde 2014; 33: 9–15
12 siehe Anm.8
13 Zum Suchtpotential siehe die Artikel von Mössle, Bleckmann, Hirte und Buermann in: Diagnose-Funk e.V: (Hrsg): Digitale Medien - Faszination mit Nebenwirkungen, 2013; Bestellung über Shop: www.diagnose-funk.de
14 Quelle der Fakten: Manfred Spitzer, s.Anm.12.
15 Entwurf eines Faltblattes, verfasst u.a. von Medienwissenschaftlern des KfN, 2013
16 SWR 2 Wissen, 04.10.2013, http://www.swr.de/-/id=11948518/property=download/nid=660374/1a9to2g/swr2-wissen-20131004.pdf
17 Manfred Spitzer: "Smartphones. Zu Risiken und Nebenwirkungen für Bildung, Sozialverhalten und Gesundheit", Nervenheilkunde 2014; 33: 9–15
18 Otto Benkert: StressDepression. Warum Stress depressiv macht. Warum macht die Depression das Herz krank?, 2009
19 Siehe dazu die Homepage www.mobilfunkstudien.de
20 siehe dazu Ulrich Warnke / Peter Hensinger: Steigende „Burn-out“- Inzidenz durch technisch erzeugte magnetische und elektromagnetische Felder des Mobil - und Kommunikationsfunks, umwelt - medizin - gesellschaft, 1-2013; Download: http://mobilfunkstudien.de/dokumentationen/v-z/warnke-mobilfunk-foerdert-stress-und-burn-out.php
21 siehe dazu: Tablet-PCs und andere WLAN-Geräte: Ein Bildungs- und Gesundheitsrisiko für Kinder und Jugendliche;
http://www.diagnose-funk.org/ueber-diagnose-funk/brennpunkt/experten-warnen-vor-digitalen-medien.php
22 „Blut-Hirn-Schranken-Permeabilität und Nerven-Zell-Schaden im Gehirn der Ratte nach 14 und 28 Tagen Exposition bei Mikrowellen von GSM-Mobiltelefonen.“ Eberhardt JL, Persson BR, Brun AE, Salford LG, Malmgren LO.Erschienen in: Electromagn Biol Med 2008; 27 (3): 215 – 229 „Wir können nicht ausschließen, dass eine ganze Generation von
Handynutzern nach einigen Jahrzehnten (häufigen) täglichen Gebrauchs negative Effekte erleiden kann, möglicherweise schon in ihrem mittleren Lebensalter.“ Salford in: Nerve cell damage in mammalian brain after exposure to microwaves from GSM mobile phones, 2003
23 Die Studie kann bei Diagnose-Funk in der Reihe "Brennpunkt" bestellt werden, Onlineshop auf www.diagnose-funk.de
24 Schwerpunktthema in umwelt-medizin-gesellschaft, 4 - 2012
25 Manfred Spitzer: "Smartphones. Zu Risiken und Nebenwirkungen für Bildung, Sozialverhalten und Gesundheit", Nervenheilkunde 2014; 33: 9–15

(AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V. bedankt sich ganz herzlich für die freundliche zur Verfügungstellung dieses Aufsatzes von Peter Hensinger (Diagnose-funk.org))

Vortrag als PDF-Datei


 

Geschrieben von: Team-ch am 06.06.2014

 

 


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