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Die Sozialisation von Kindern und Jugendlichen durch den Mobilfunk - die Vierfachfalle


(AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V. bedankt sich ganz herzlich für die freundliche zur Verfügungstellung dieses Aufsatzes von Peter Hensinger (Diagnose-funk.org))
Vortrag als PDF-Datei



3. Kann Welt - Naturerfahrung und Umweltbewusstsein virtuell entstehen?

Ein weiterer Aspekt, in welche Richtung die mobile Kommunikation ihre Nutzer verändert: Sie ermöglichen unter anderem die Flucht aus der realen Welt und ihren Abgründen in eine virtuelle. In einem Artikel in Heise wird diese Zustandsbeschreibung gegeben:

"Welche Chance hat der Umweltschutz, die Artenvielfalt, die Achtung vor der Biosphäre, wenn die Jüngsten nur noch an Entertainment-Medien kleben und nicht mehr auf Bäume steigen, wenn ihr Bewegungsradius seit den 1970er Jahren um 90 Prozent abgenommen hat? Wenn nur mehr ein gutes Drittel (36 Prozent) der Kinder zwischen 8 und 12 Jahren einmal in der Woche außer Haus spielt; nur mehr jeder Fünfte weiß, wie das ist, auf einen Baum zu klettern und jedes zehnte Kind davon überzeugt ist, dass Kühe Winterschlaf halten - allesamt Resultate einer Befragung, die ein britischer Fernsehsender unter 2000 Kindern im genannten Alter durchführen ließ." (12)

Die reale Welt kann man sich nicht virtuell erschließen. Wir haben das schöne deutsche Wort "Begreifen". Lernen soll mit Herz, Hirn und Verstand stattfinden, meinte schon  Pestalozzi, an realen Dingen. Wir sind nicht nur Augentiere, sondern auch Bewegungstiere, nur durch sinnliche Erfahrung bekommen wir den Bezug zur Realität ( nach Spitzer, Digitale Demenz, 167):

"Die Art, wie etwas gelernt wird, bestimmt die Art, wie das Gelernte im Gehirn abgespeichert wird. Damit ist auch klar: Wer sich die Welt nur durch Mausklick erschließt, ...wird deutlich schlechter - nämlich deutlich langsamer - über sie nachdenken können. Denn ein Mausklick ist ein Akt des Zeigens und gerade kein Akt des handelnden Umgangs mit einer Sache...Somit führt die digitale Welterschließung nachweislich zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Gehirnbildung, und was dies für den geistigen Abstieg bedeutet, wurde bereits dargelegt." (ebda. Spitzer, S. 179)

Das Abtauchen aus der realen in die virtuelle Welt, die Entfremdung vom realen Leben beschreibt Spitzer als "SmartPhone"-Epidemie der "hyperconnected" Generation, die zu "pathologischen Stubenhockern" wird, so Andreas Hock in seinem Buch "Like mich am Arsch". Manfred Spitzer listet anhand internationaler Studien die übereinstimmenden Folgen: Einsamkeit, Depression, Angst, Schlafstörungen, Stress. Man kann bereits von einer kollektiven Sucht sprechen, Kliniken machen bereits Spezialabteilungen dafür auf. (13) In Südkorea versucht der Staat mit der Kampagne 1-1-1 gegenzusteuern, die Jugendlichen sollen an einem Tag in der Woche einmal das Smartphone für eine Stunde ausschalten. (14)


 

Geschrieben von: Team-ch am 06.06.2014

 

 


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