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Opium für das Volk ?




4. Berliner Mediensuchtkonferenz 16./17.09.2011: Workshop: "Forderungen zur Verbesserung der Versorgung von Betroffenen der exzessiven Mediennutzung" - Beitrag von Christoph Hirte

....Beim erneuten Versuch, im August 2011 mehr über die Planungen der Parlamente und ihrer Fraktionen zu erfahren, schrieb ich, dass ich bei anstehenden Vorträgen über die Reaktionen der jeweiligen Landtags- und Bundestagsfraktionen berichten werde. Dies hatte zur Folge, dass diesmal bereits zahlreiche Reaktionen und auch vereinzelte Gesprächseinladungen eingegangen sind. Einige schrieben, dass sie sich neu damit beschäftigen werden. Andere schickten jedoch lediglich theoretische, schön ausgearbeitete, medienpädagogische Konzepte, bei denen nicht unbedingt der Eindruck erweckt wird, dass ausreichende Kenntnisse über die z.T. dramatischen Situationen in den betroffenen Familien vorliegen. Der verbrannte Begriff der Medienkompetenz wird dabei als alleiniges Allheilmittel angepriesen.....

....Die Finanzierung der Beratungsstellen wird immer schwieriger. Die Rentenversicherungen und die Krankenkassen streichen zunehmend die Gelder. Diese skandalöse Entwicklung treibt viele Familien weiter in die Isolation und verschärft die bestehenden Probleme. Je weniger Hilfsmöglichkeiten bestehen, umso mehr fühlen sich die Familien im Stich gelassen.....

...In einigen Fällen mussten Beratungsstellen ihr Angebot teilweise oder komplett zurück nehmen, weil Gelder bzw. Stellen gestrichen worden waren. Zum Teil konnte aus finanziellen Gründen nur noch Prävention angeboten werden.....

...Da grundsätzlich im Hilfesystem Gelder für diesen Bereich fehlen, müsste neben der Bereitstellung staatlicher Gelder auch nach anderen, unabhängigen Geldquellen gesucht werden. Wie in anderen Suchtbereichen auch, müssten die Mitverursacher, d.h. die Industrie mit ihren Milliardengewinnen, zur Kasse gebeten werden. Eine unabhängige Stelle sollte über freiwillige Abgaben oder Steuerzahlungen die Gelder zur Verteilung erhalten. Auch der Bereich der Selbsthilfe sollte dabei bedacht werden. So würde es auch keine Verpflichtung mehr geben, mit oder ohne Vereinbarung, im Sinne des Geldgebers zu handeln....

...Manchmal erleben wir aber, dass Hilfesuchende schon „überall“ gewesen sind, doch mit ihrem Problem nicht wirklich ernstgenommen wurden....

...Eine andere Mutter war nach ihrer verzweifelten Schilderung, Ihr Sohn säße rund um die Uhr nur noch am PC, mit den lakonischen Worten nach Hause geschickt worden: „Bei uns im Amt läuft der Computer auch den ganzen Tag“. Die Suche nach Hilfe entwickelt sich für viele Angehörige zur Farce....

...Auch Familiengerichte sollten mehr Informationen zu diesem Thema erhalten, weil auch hier die Vorstellungskraft fehlt, wie einschneidend die exzessive Mediennutzung die Betroffenen und damit auch deren Familien verändert....

..Manche Therapeuten werden von den Abhängigen um den Finger gewickelt und, was die Mediennutzung und die daraus resultierenden Probleme anbetrifft, schlichtweg belogen....

...Die Ausbildung von Medienpädagogen sollte mindestens 1 Jahr aktive Arbeit in einer Suchtberatungsstelle mit Schwerpunkt Mediensucht beinhalten. Es darf nicht sein, dass hilfesuchende Angehörige weiterhin verunsichert werden und sich dadurch die Situation in den Familien verschärft....

...Welche Perspektiven haben die jungen Menschen noch? Billig-Löhne - 400-Euro-Job - Dauer-Praktikum. Selbst Akademiker werden nur noch befristet eingestellt, stecken in Praktika fest oder finden erst gar keinen Job. Ein Spieler hat uns geschrieben, dass er „keinen Bock hat, für einen Hungerlohn so zu malochen wie sein Vater“ - da würde er lieber spielen....

Vollständiger Beitrag direkt als PDF-Datei:

http://www.rollenspielsucht.de/resources/berlin-Hirte-17.09.2011.pdf



 

Geschrieben von: Team-ch am 19.09.2011

 

 


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