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merle

(Freitag, 13.Apr 2018, 11:24)
Hallo Yoyoyoghurt,

es fällt mir schwer, dir einen ruhigen und sachlichen Rat zu geben, weil ich fassungslos darüber bin, dass ihr eurem Sohn schon bei Schuleintritt den Zugang zu allen nur erdenklichen Medien ermöglicht habt. Ihr habt euer Kind quasi mit Nintendo und Co gefüttert, in einem Alter, in dem es für seine gesunde Entwicklung lebensnotwendig gewesen wäre, sich fest im realen Leben zu verankern; in einem Alter, in dem es mit dem Fahrrad durch die Gegend hätte flitzen, Fußball hätte spielen und mit viel Fantasie und Kreativität unendliche Legogebilde hätte bauen sollen. Warum wundert ihr euch dann, wenn nach ein paar Jahren nichts mehr geht? Der Sog dieses "Spielzeugs" ist so immens groß (vor allem für Kinder mit der Diagnose ADHS!!!), dass bereits nach kürzester Zeit das Interesse an anderen Aktivitäten gleich null ist. Hinzu kommt, dass ihr als Eltern eurem Kind ja von klein auf vorgelebt habt, welche Bedeutung diese "Spiele" auch für euer Leben haben....

Was soll ich euch raten? Wie soll es gelingen, erst jetzt, wo euer Kind 15 Jahre alt ist und sich nicht mehr allzu viel sagen lässt, alles wieder auf Anfang zu stellen? Wie soll es euch gelingen, zuallererst mal selber auf euer Spielzeug komplett zu verzichten, um mit gutem Beispiel voran zu gehen? Wie soll es euch gelingen, euren Sohn nach zehn Jahren Medienüberernährung nach einem ausführlichen und klärenden Gespräch "auf Null-Diät" zu kriegen, damit er einen Entzug seines Suchtmittels in Angriff nehmen kann? Er ist außerdem gewöhnt, dass Regeln (siehe von 17 Uhr auf 16 Uhr runter zu gehen) außer Kraft gesetzt werden, wenn er nur genügend argumentiert oder sich halt einfach nur für sein Verhalten entschuldigt.

Vielleicht könnt ihr gemeinsam durch das Lesen unseres prall gefüllten Forums eine Vorstellung davon bekommen, in welchem Ausmaß die exzessive Mediennutzung das gesamte Leben eines Heranwachsenden negativ beeinflussen kann. Vielleicht habt ihr ja Glück und könnt auch bei eurem Sohn mithilfe der unzähligen und sehr eindrücklichen Forenbeiträge ein Umdenken bewirken. Ihr werdet aber nicht darum herum kommen, selber mit bestem Beispiel voran zu gehen und 100 % konsequent zu sein, wenn Regeln vereinbart werden.

LG Merle

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