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Aquila

(Montag, 19.Mär 2018, 14:00)
Der Druck, der auf unserem Sohn gelastet hat, muss tatsächlich enorm gewesen sein. Meine erste Reaktion nach seinem coming out war daher paradoxerweise Erleichterung. Nicht auszudenken, wenn er dem Druck des Lügengebäudes nicht mehr stand gehalten hätte.

Das Thema stationäre Suchtklinik oder Ausbildung ist etwas schwierig. Natürlich wäre es besser, er wäre in einer stationären Einrichtung, um die Problematik anzugehen, die zur Sucht geführt hat.

Er muss seine Persönlichkeit stärken, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein entwickeln, Freundschaften und Hobbys pflegen. Meine Hoffnung geht dahin, dass er sich mit Hilfe der Fachstelle Sucht in diese Richtung entwickeln kann. Dort hat man bereits einen Psychologen informiert, der eine Erstdiagnose machen wird.

Ich bin eigentlich ganz zuversichtlich, dass sich da einiges bewegt. Er hat zum ersten Mal überhaupt angefangen berufliche Vorstellungen zu entwickeln, hat sich einen Betrieb gesucht und beworben und hat direkt eine Zusage für seine Wunschausbildungsstelle bekommen und kann sofort anfangen zu arbeiten. Dort hat er viel mit Menschen zu tun. Er ist ein groß gewachsener gut aussehender junger Mann. Möglicherweise kann er gerade dort das bekommen, was ihm an der Uni gefehlt hat, nämlich positive Spiegelung.

Vielleicht kann man jetzt auch erst mal versuchen, mit ambulanten Maßnahmen zu arbeiten, vor allem weil er ja selbst einsichtig und therapiewillig ist.

Ich möchte ihn ungern in seiner Energie bremsen und denke, dass die Arbeit ihm auch ein wenig Selbstvertrauen und positives Feedback geben kann.


Zum Umgang mit den jahrelangen Lügen muss ich sagen, dass es uns nach wie vor schwer fällt, ihm zu vertrauen. Aber wie sagt Konfuzius so schön:

Erfahrungen sind wie Laternen, die wir auf dem Rücken tragen. Sie beleuchten den Weg, den wir hinter uns haben .

Also immer schön nach vorn schauen.


Wir müssen uns immer wieder klarmachen, dass das Lügen Teil der Sucht ist und keine Charakterschwäche.

Die Ratgeber aus der Familie (Großeltern etc.) sind in der Tat nicht sehr hilfreich. ( Kann er nicht einfach aufhören zu spielen? ).
Nun ja. So ist man wohl früher mit Süchten umgegangen.


Fassen wir zusammen:
- Wohnung am Studienort aufgelöst
- Computer weggesperrt
- Internetanschluss gesperrt
- Termine Fachstelle Sucht - regelmäßig (läuft)
- Selbsthilfegruppe Spielesucht - regelmäßig (läuft)
- Ambulante psychotherapeutische Hilfe (läuft)
- Lehrstelle/ Arbeit suchen (hat geklappt)
- Hilfe für uns selbst suchen (läuft)
- Vertrauen fassen und ganz viel Liebe (läuft)

Ich hoffe, die Rechnung geht auf.

Liebe Grüße

Aquila.
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