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        5 Jahr Online Gaming

5 Jahr Online Gaming

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Aquila

(Mittwoch, 14.Mär 2018, 16:04)
Ich lese hier im Forum schon einige Zeit mit, und ich muss sagen, dass mir allein die Schilderung anderer Eltern ein wenig Mut gemacht hat. Zumindest weiß ich, dass wir nicht allein sind. Deshalb möchte unsere Geschichte erzählen.

Unser Sohn hat mit 18 Jahren sein Abitur gemacht. Das war vor 5 ½ Jahren. Er war kein übermäßig fleißiger Schüler, aber immer mit ordentlichen Noten. Ihm fiel vieles von allein zu. Was mit Lernen zu tun hatte, hat schnell frustriert. Neben der Schule hat er noch Sport gemacht und musiziert. Smartphone hatte er mit 16 Jahren bekommen. Im Zimmer hatte er nur einen altersschwachen PC stehen, mit dem man nicht wirklich Gamen konnte. Allerdings konnten wir bei ihm schon immer einen gewissen Hang zum Online-Gaming feststellen.
Die Abiturnote war durchschnittlich - mit mehr Fleiß, wäre noch mehr drin gewesen. Alles ganz normal.
Nach dem Abitur hat er unmittelbar ein Maschinenbaustudium an einer Uni aufgenommen, die ca. 350 km von unserem Wohnort entfernt war. Wir haben ihn unterstützt, die Miete übernommen und ein ausreichendes Taschengeld als Barunterhalt.
In den folgenden Monaten gestaltete sich der Kontakt mühsam. Kontaktaufnahme von seiner Seite war eher die Ausnahme. Am Telefon war er mürrisch. Man hatte den Eindruck, er wolle den Kontakt meiden, seine Ruhe haben.
Wir haben aber immer wieder nachgefragt, wie es läuft und wie es ihm geht.
Nach 3 Semestern waren einige Leistungen nicht erbracht und wir haben ihm einen Wechsel des Studiengangs und der Hochschule empfohlen. Dies hat er dankbar angenommen, hat zu Fachhochschule gewechselt, alle Klausuren mitgeschrieben, ein Praxissemester bei einem großen Konzern gemacht, die Bachelorarbeit abgegeben und das Kolloquium durchlaufen.

Zumindest dachten wir das.

Vor drei Wochen hat er sich angekündigt, er wolle mal über´s Wochenende heimkommen. Schon am Bahnhof habe ich gemerkt, dass er deutlich bedrückt war. Als ich ihn gefragt habe, was denn los sei, meinte er, es sei wegen dem Studium.
Unter Tränen sagte er "Ich bin computerspielsüchtig, und ich komme allein nicht davon los€.


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