www.aktiv-gegen-mediensucht.de



http://aktiv-gegen-mediensucht.de/index.php?p=showtopic&print_post=4472&toid=1349&t=mein-sohn-ging-1-1-2-jahre-nicht-in-die-schule

Druckversion / Zur Bildschirmversion





Forum
 Foren zum Thema Mediensucht / Forum für Alleinerziehende
        Mein Sohn ging 1 1/2 Jahre nicht in die Schule

Mein Sohn ging 1 1/2 Jahre nicht in die Schule

()



Hoffnung

(Mittwoch, 21.Feb 2018, 14:38)
Hallo Ihr Lieben,

ich möchte euch Mut machen und Kraft geben, all denen Mütter die für ihre Kinder kämpfen.

Ich erzähle euch unsere Geschichte.

ich bin seit 2009 alleinerziehend, damals meine Tochter 12 Jahre alt, mein Sohn 8. 2013 wurde ich krank, Schilddrüsenkrebs und als selbstständige, alleinerziehende Mutter ohne irgendwelche Unterhaltszahlungen geriet ich an meine Grenzen und war sehr froh als mein Sohn Anfang 2014 den Wunsch äußerte zu seinem Vater zu ziehen. Dieser erzählte mir glaubhaft, es ginge ihm gesundheitlich (nach einem Burn out) wieder erheblich besser, ebenso finanziell. Im April 2014 zog dann mein Sohn zu seinem Vater, das erste halbe Jahr lief einigermaßen gut. Im Oktober nach einem Magen-Darm-Infekt meines Sohnes machte mein Sohn seinem Vater immer wieder weis, er hätte Bauchweg und Übelkeiten und ging, so machten sie es mir vor, immer wieder Tage nicht in die Schule. Oster 2015 teilte mein Exmann mir mit, das unser Sohn von uns zurückgenommen werden müsste, da er nicht beurteilungsfähig sei. Ich fiel aus allen Wolken, dachte daran welchen Grund sollte mein Sohn gehabt haben nicht in die Schule zu gehen wenn Arbeiten geschrieben werden ?

Pustekuchen - vom Lehrer erfuhr ich , das mein Sohn nur noch sporatisch in der Schule gewesen war und immer eine Krankmeldung seines Vaters vorgelegen hätte. Ich organisierte das Jugendamt, den Amtsarzt, die Kinderklinik, den Sozialarbeiter der Schule und und und lief immer wieder gegen Wände. Im November 2015 bekam mein Sohn eine Erziehungshilfe vom Jugendamt und es wurde nur noch schlimmer. Nein Internetsüchtig ist er nicht - Nicht alles das ich die Schuld am Verhalten meines Kindes bekam. Ich sagte nicht zu allem ja und amen und hinterfragte immer wieder irgendwelche fraglichen Therapieansätze. Ich muss dazu sagen ich wohne 150 km entfernt. Meine eingeleiteten Versuche mit Psychologen verliefen im Sande da meine Exmann und mein Sohn die Termine nicht wahrnahmen bzw. absagten. Endlich am 26.10.2016 kam der Anruf des Jugendamtes wegen akuter Kindeswohlgefährdung muss mein Sohn in ein Kinderheim, es sei den er kann zu mir.

Ich bin noch Abends hingefahren und habe ihn abgeholt. 170 cm groß, 46 kg schwer, kein Tag/Nacht Rhythmus..... Ich habe sofort mit dem Jugendamt an meinem Wohnort Kontakt aufgenommen, ebenso mit der Kinder und Jugendpsychatrie. Der Mitarbeiter vom hiesigen Jugendamt, ich telefonierte Freitasmittags mit ihm, war Montagsmorgens um 8:30 da und hat sich alles angesehen, wir haben Stunden gesprochen. Innerhalb von 2 Wochen hatte ich einen Termin bei den Psychologen in der Klinik, musste dann noch einen Zwangseiweisung über das Gericht erwirken, weil mein Sohn nicht freiwillig gehen wollte, und ja es geht und es funktioniert. Einen Tag nach Weihnachten kam mein Sohn in die Klinik. Dort war er ca. 8 Wochen und sollte danach ins betreute Wohnen kommen. Das wollten sowohl er als auch ich nicht und wir versuchten es danach mit zu Hause. Die ersten Wochen klappten sehr gut, nach den Osterferien begann das alte Spiel wieder, ich kann nicht aufstehen, habe Bauchweh.... Ich setze ihm eine Frist von 2 Wochen, wenn es nicht funktioniert, dann geht nur das betreute Wohnen und setzte mich wieder aktiv mit dem Jungendamt auseinander. Es klappte nicht und die Frage war dann wo kann mein Sohn hinkommen.....

Von seitens des Jugendamtes kam dann die Frage ob ich mir meinen Sohn in einem Internat vorstellen könnte... Nun es war nicht einfach, jedoch ging dann mein Sohn freiwillig ins Internat und dort geht es ihm richtig gut. Er lebt in einer Familiengruppe mit 10 anderen Jungs und einem Lehrerpaar als Elternersatz. Er macht im Sommer Mittlere Reife und wird einen Durchschnitt von unter 2 haben. Kommt er jedoch in den Ferien nach Hause, kann ich nach 3 Tagen wieder sein altes Verhalten erkennen, am Anfang noch etwas kontrollierter Computerspieleinsatz, dann hemmungslos, was dann immer wieder dazu führt das ich ihm alles wegnehme. Dann gammelt er gelangweilt in seinem Zimmer und schläft die meiste Zeit.
Mein Bestreben ist es jetzt, er ist Internetspielsüchtig, das er begleitend noch eine Therapie bekommt und so lange wie möglich in den festen Strukturen des Internates ist. Ich habe mir vorgenommen, seinen Computer zu entsorgen, möchte damit jedoch erst noch einmal mit einem Menschen sprechen der sich mit dieser Problematik auskennt. Die Sucht lösst ein Trigger aus und ich weis das man diesem umprogramieren kann, jetzt muss ich nur noch denjenigen finden der das kann.

Wir haben noch einen langen Weg, mein Sohn hat noch einen langen Weg vor sich, gleichwohl glaube ich fest daran das er es schaffen wird und ich möchte allen Betroffenen Mut machen, holt euch Hilfe, sprecht darüber, verschönt nichts, seit ehrlich und habt Kraft und Ausdauer. -

Powered by Koobi:CMS 7.72 © Bitskin® Webdesign