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merle

(Sonntag, 1.Okt 2017, 18:15)
Hallo Tulpe,

es wird dir sicherlich kein Trost sein, wenn ich dir sage, dass du mit diesem schwerwiegenden Problem wahrlich nicht allein bist. Wir haben den Eindruck, dass das Kapitel Smartphone viel zu lange schwerst unterschätzt wurde und vielen Familien erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, klar wird, was sie sich damit eingehandelt haben. Viel zu früh werden unsere Kinder mit einem Smartphone ausgestattet, und so manifestiert sich im Laufe der Zeit eine Abhängigkeit, derer man nicht mehr Herr werden kann. Wir haben zu diesem Thema ein Merkblatt erstellt: http://www.rollenspielsucht.de/resources/Merkblatt-Altersbeschraenkung-Smartphones.pdf


Viele Eltern berichten uns, dass sie bei Beratungsstellen als hysterisch und überbesorgt abgestempelt werden. Das verunsichert zutiefst und macht sie mundtot. Auf diese Weise vergeht viel zu viel Zeit, in der längst hätte eingegriffen werden müssen. Eltern sind rund um die Uhr mit ihren Kindern zusammen und spüren ab einem bestimmten Zeitpunkt (leider meist zu spät) sehr genau, dass hier was aus dem Ruder läuft. Es ist unverantwortlich, ihre Beobachtungen und Besorgnisse nicht ernst zu nehmen.

Gott sei Dank gibt es mittlerweile immer mehr Studien- und Forschungsergebnisse, die das Phänomen Smartphonesucht kritisch unter die Lupe nehmen. Es wäre gut, wenn du dich diesbezüglich sehr gut informierst, damit du mit Kenntnissen und fundiertem Wissen kontern und punkten kannst.

Deinen letzten Zeilen entnehme ich, dass deine Tochter das Smartphone an dich abgeben musste? Großartig, dass du dich zu diesem wichtigen (und in eurem Fall eigentlich unabdingbaren) Schritt hast entschließen können. Erst durch die Erfahrung des Entzugs kann deiner Tochter klar werden, wie massiv sie sich verändert hat und wie verheerend dieses Gerät ihr gesamtes Leben im Griff hatte. Der Umzug ins Funkloch könnte sich als Rettungsanker heraus stellen, denn erst durch die Verzweiflung, in die diese Situation sie geführt hat, ist das Ganze schließlich eskaliert.

Du brauchst jetzt unglaublich viel Willensstärke und Kraft, um diese Aktion konsequent durch zu ziehen. Die Beschimpfungen deiner Tochter darfst du in keinem Fall persönlich nehmen - sie sind Bestandteil ihrer Sucht und haben mit dir nichts zu tun. Das solltest du dir immer wieder sagen, damit du diese schwere Zeit besser verkraften kannst. Unterm Strich steht immer das Ziel, deinem Kind zu helfen, auch wenn dieser Weg wahnsinnig hart ist.

Ich begleite dich gedanklich.
Merle

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