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        Eine übliche Sucht?? - Meine Geschichte

Eine übliche Sucht?? - Meine Geschichte

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Kleines Licht

(Montag, 25.Sep 2017, 21:25)
Bis zu den Herbstferien habe ich alle interessanten Webseiten via "Cold Turkey" gesperrt - einem Sperrprogramm, das als unhackbar gilt - aber selbst ohne diese Websiten bin ich noch viel zu oft online, ich muss mich regelmäßig und regelrecht vom PC "wegzerren" indem ich den Alarm stelle, in dem ich mir eine Liste mit Alternativplänen schreibe..... ich vernachlässige das Lernen und da ich neulich auch eine Skoliose entwickelt habe, sollte ich jeden Tag trainieren aber das wird auch vernachlässigt! Ich kann vor lauter schlechtem Gewissen kaum noch schlafen, da ich weiß, wie wichtig mein Rückentraining ist!!! Ich schaffe es mittlerweile aber, immer um 22 Uhr einzuschlafen bzw schon vorher das Internet auszumachen. Ausmachen geht leicht, wenn mich Gewissensbisse quälen, aber das passiert erst nach einigen Stunden. Stunden, die ich zum Trainieren oder Lernen hätte nutzen können! Ich weiß, dass das nicht so weitergehen kann, eine „nderung muss her. Als ich mich für einige Wochen auf Internetentzug setzte (den ich konsequent durchgehalten habe) fühlte ich mich, als wäre ich plötzlich in einem anderen Leben! Was macht man nur ohne Internet? Ich habe gelernt, gelesen und trainiert, hin und wieder ein kleines nicht zeitintensives Spiel wie Tomodachi Life gespielt. Etwas anderes fiel mir nicht ein. Nach einer Weile beschloss ich, eine neue Sprache zu lernen - Russisch. Kann mittlerweile das Kyrillische schon ganz gut lesen.

Gegen Ende der Sommerferien hatte ich besagten großen Rückfall, ich installierte Instagram wieder, ich wollte sehen, ob ich das jetzt endlich "beherrschen" kann, meine Sucht und mein Leben gleichzeitig im Griff zu haben. Zu Beginn der Schule deinstallierte ich es wieder, mit dem Versprechen, ich würde zurückkommen.
War das ein Fehler?
Vermutlich.

Ich bin immer noch motiviert, von Grund aus zumindest. Die Grundmotivation ist total da, Schule und künftiger Job (Politik) sind Priorität Nummer eins aber jetzt, wo der Anfangsschwung nachlässt und sich die natürliche Sinuskurve einstellt - rauf und runter - sitze ich wieder aus reiner Gewohnheit in meiner Freizeit im Netz. Ich kämpfe dagegen aber mit bisher nur kleinen Erfolgen. Nun, immerhin.

Klar, das Internet verbesserte meine Englischfähigkeiten auf Level B2-C1, ich habe eine Onlinefreundin aus Amerika, mit der ich seit über zwei Jahren täglich chatte, ich kann mittlerweile ganz gut zeichnen. Aber jetzt ist Schluss damit! Es schadet mir nur noch.

Doch erst mal muss ich mich auf den Weg dorthin begeben und hoffe hier auf Anregungen und Tipps, wie ich mich an meinen eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen kann, ohne eine Therapie machen zu müssen.

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