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        Eine übliche Sucht?? - Meine Geschichte

Eine übliche Sucht?? - Meine Geschichte

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Kleines Licht

(Montag, 25.Sep 2017, 21:23)

Später traf ich ein anderes Mädchen aus meiner Klasse, die - wie sich später herausstellte - auch internetsüchtig gewesen ist. Sie schlug mir Instagram vor. Da war ich 16.

Und was passierte? Ich ließ meinen Zeichenaccount und meine Ask-Accounts nach Instagram umziehen. Ich wurde süchtig nach Anerkennung, wieder einmal. Ich verbrachte meinen Tag von früh bis spät, meine Zeichnungen auf Instagram zu promoten, weil ich berühmt werden wollte.
Nach einem üblen Zwischenfall auf einer Convention veränderte sich viel bei mir, ich gab meine Besessenheit nach dieser Schwarzmagierfigur auf, da mir plötzlich bewusst war, wie krank der war. Ich gab rapide meine Besessenheit nach fiktionalen Welten auf. Ich hasste sie für eine kurze Weile sogar. Ich nahm mir fest vor, all diesem Mist für immer Ade zu sagen.

Nun, das habe ich geschafft, nur war mir damals noch nicht (?) klar, dass ich schon stark internetsüchtig war und habe deshalb auch nichts dagegen unternommen. All das geschah innerhalb einer Woche.

Trotzdem blieb ich wieder sitzen. Weil ich immer noch täglich all meine Freizeit im Netz verbrachte. Wenigstens war meine alte Leidensgenossin nicht mehr da, die war in der Psychiatrie und ging danach auf eine andere Schule mit geringerem Schulabschluss.

Das war in der 10ten Klasse, die ich dann wiederholte.

Von da an ging es nur noch bergauf, ich hatte Freunde, ich verlor nach und nach meine Angst und ich wurde einfach rundum glücklich, dankbar dafür, dass ich endlich das Leben führen darf, dass ich mir all die Zeit schon immer gewünscht habe. Ich bin optimistisch, dankbar, glücklich und stolz auf mich selbst, denn ich musste mir so vieles selbst erarbeiten und ich arbeite immer noch an mir. Mein AS ist mir kaum noch anzumerken, dass es noch da ist verraten mir nur kleine, gelegentliche Schnitzer sowie auch meine noch vorhandenen Tendenzen, die Symptome sind natürlich mein Leben lang da, aber vieles konnte ich so einbauen, dass es nicht stört oder ich habe gelernt, wie ich es verstecken kann. Gegen mein ADS kämpfe ich gerade, ich versuche gerade verschiedene Techniken nach dem trial-und-error-System, Kaugummi, Sport, Lutschpastillen etc.

Dabei habe ich wohlgemerkt nur zweimal einen Psychiater besucht - für die Autismus-und ADS - Diagnose. Alles andere hab ich allein geschafft. Mit Beratung und Unterstützung meiner sehr supportiven Eltern. Würde meine Familie nicht so fest zusammenhalten und mich unterstützen - auch wenn ich es ihnen extrem schwer gemacht habe und unabsichtlich viele Jahre Streit ins Haus gebracht habe (wofür ich mir aber nicht die Schuld gebe - ich war halt ein pubertärer Doofkopf in einer schwierigen Phase ^^' - wäre ich jetzt nicht auf dem Weg der Genesung, ich wäre jetzt nicht so glücklich und dankbar, ich hätte vielleicht bleibenden Schaden davongetragen.

Aber eins blieb: Meine Sucht.

Ich möchte mich auf meine Zukunft fokussieren, ich möchte das bestmögliche Abitur schreiben. Ich möchte später einen guten und interessanten Job in der Politik haben und mein heimlicher Traum ist es, auf die ISM zu gehen und dort zu studieren. Doch meine Netzsucht hindert mich noch daran. Es ist besser geworden aber noch lange nicht gut genug. Ich hatte Instagram Februar 2017 gelöscht und hatte aber neulich wieder einen Rückfall. Dass Hunderte von Leuten ein halbes Jahr lang auf meine Rückkher gewartet haben und mich quasi mit Freudenschreien zurückbegrüßt haben, macht die Sache nicht leichter.

(weiter gehts in den Kommentaren)

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