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        Eine übliche Sucht?? - Meine Geschichte

Eine übliche Sucht?? - Meine Geschichte

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Kleines Licht

(Montag, 25.Sep 2017, 21:23)

Ich machte noch einen Ask Account, mit einer Figur, nach der ich mehrere Jahre lang krankhaft süchtig war - einem glücklichen aber sadistischen Schwarzmagier, der stets im unbekümmert-unschuldigen Tonfall von Morden und Töten schwärmte. Diesen Ask Account behielt ich für ganze zwei Jahre, am Ende meines Wahnsinns schneiderte ich ein Kostüm nach seinem Design, verkleidete mich als er und ging auf Conventions wie der GamesCom. Ich sprach wie er, ich versuchte Gesichter zu machen, wie er und immer wenn ich Krähen sah (von denen der Charakter ingame immer umgeben war) hyperventillierte ich vor Freude.

Mein Kostüm kam in der Netzgemeinde gut an, ich wurde von Websiten gefeatured und die Leute liebten, wie ich doesen Charakter verkörperte. Kein Wunder - ich hatte ihn ja beinah schon studiert!

Ich blieb sitzen. Und landete in der Klasse meiner Leidensgenossin. Dadurch, dass wir immer im Doppelpack unterwegs waren, wurden wir in Ruhe gelassen, wir brauchten einander. Wir lebten beide fernab der Realität in unseren Fantasywelten, wurden vom Internet und dem weltweiten Fandom gefüttert, wir schrieben Gedichte, Songtexte und Fanfiktion, wir zeichneten und machten Comics und ich machte später mein oben erwähntes Kostüm. Wir waren nicht mehr von dieser Welt.

Später entwickelte meine Freundin eine neurotische Persönlichkeitsstörung (von der sie mir erst Jahre später erzählte) fing an, Stimmen zu hören, die ihr sagten, dass jeder sie umbringen wolle und distanzierte sich damit von mir, ohne mir zu erklären, warum. Ich musste mit meinen Klassenkameraden kommunizieren - etwas, vor dem ich so gigantisch große Angst hatte, denn meine Mobbingerfahrungen steckten mir noch in den Knochen. Hab ich aber überlebt

Sie blieb sitzen.

Und ich fing endlich an, an mir zu arbeiten.

Ich zwang mich, auf meine Klassenkameraden zuzugehen, ich hatte extreme Angst, aber wenn ich sie mied würde ich mit Sicherheit wieder gemobbt werden und davor hatte ich größere Angst. Mir blieb also keine andere Wahl. Sie nahmen mich zwar nicht mit offenen Armen auf, da ich in meiner Angst und Verkrampftheit sicher komisch gewirkt haben muss, aber sie ließen mich in Ruhe. Und ich danke ihnen dafür.

Ich war wütend auf meine ehemalige Freundin, dass sie mich ohne Vorwarnung plötzlich fallen hatte lassen, genau dasselbe war mit nämlich vor jeder Mobbingattacke vorausgegangen, sie wusste und weiß bis heute nicht, in welche Angstzustände sie mich gebracht hatte. Und wie wütend ich deswegen war (heute bin ich aber auch dafür dankbar )


Trotzdem war ich noch täglich auf DeviantArt und meinen Ask Accounts.

(Weiter gehts in den Kommentaren)

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